Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen und umfassen unter anderem spezifische Phobien, soziale Angststörungen, Panikstörungen, agoraphobische Beschwerden sowie weitere belastungs- und vermeidungsbezogene Störungsbilder. Typisch sind ausgeprägte Angstreaktionen, körperliche Anspannung, Erwartungsangst und Vermeidungsverhalten, die Alltag, soziale Teilhabe, berufliche Situationen oder therapeutische Prozesse erheblich beeinträchtigen können. Evidenzbasierte psychotherapeutische Behandlungen beinhalten insbesondere kognitive Verhaltenstherapie und Expositionsverfahren.
VR-Therapie bei Angststörungen
Virtuelle Realität kann bei Angststörungen als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden, um Expositions- und Verhaltensübungen kontrolliert, wiederholbar und individuell abstufbar zu gestalten. Dabei werden angstauslösende oder vermeidungsrelevante Situationen nicht nur bildlich dargestellt, sondern in einer interaktiven virtuellen Umgebung therapeutisch erlebbar gemacht. Therapeutinnen und Therapeuten können Reize, Schwierigkeitsgrade, Wiederholungen und Kontextvariationen gezielt steuern und an den Behandlungsverlauf anpassen.
Besonders relevant ist VR-gestützte Exposition bei Situationen, die in der realen Umgebung nur eingeschränkt verfügbar, organisatorisch aufwendig, schwer kontrollierbar oder mit zusätzlichen Sicherheitsanforderungen verbunden sind. Dazu zählen unter anderem Höhenangst, Flugangst, Spinnenangst, Klaustrophobie, soziale Ängste, Vortragssituationen, Bewerbungsgespräche oder weitere interaktive soziale Situationen. In der internationalen Fachliteratur wird hierfür auch der Begriff Virtual Reality Exposure Therapy (VRET) verwendet.
Der Einsatz von VR ersetzt keine leitliniengerechte psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung. VR-Therapie bei Angststörungen ist vielmehr als Werkzeug innerhalb eines therapeutischen Gesamtkonzepts zu verstehen: Expositionsschritte werden vorbereitet, therapeutisch begleitet, nachbesprochen und in den weiteren Behandlungsverlauf eingebettet. Der besondere Nutzen virtueller Realität liegt dabei in der kontrollierbaren Bereitstellung realistischer Übungssituationen, der Wiederholbarkeit therapeutischer Übungen und der Möglichkeit, Expositionsschritte flexibel an individuelle Behandlungsziele anzupassen.
Auf dieser Seite finden Sie Beiträge von VTplus zu Angsterkrankungen, VR-gestützter Exposition, Virtual Reality Exposure Therapy (VRET), Praxiserfahrungen aus klinischen und ambulanten Settings sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekten wie EVElyn. Die Beiträge zeigen, wie virtuelle Realität in psychotherapeutische Behandlungskonzepte, Forschung, Weiterbildung und Systementwicklung eingebunden werden kann.
Weiterführende Informationen
Weitere Grundlagen zu Einsatzfeldern, Evidenz, Verträglichkeit und medizintechnischer Einordnung finden Sie im VR-Therapie Überblick.
Beiträge zur therapeutisch geplanten Konfrontation in virtuellen Umgebungen finden Sie unter Virtuelle-Realität-Exposition.
Informationen zu medizinisch zertifizierten VR-Komplettsystemen für Kliniken, psychotherapeutische Ambulanzen und Forschungseinrichtungen finden Sie im Bereich VT+ VR-Therapie Systeme.
Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Projekten, der VT+ VR-Plattformtechnologie und klinischen Anwendungsfeldern finden Sie im Bereich Forschung und Entwicklung.
Am 10. November 2018 war VTplus auf der Fortbildungsveranstaltung „Update Angsterkrankungen“ am Universitätsklinikum Freiburg vertreten. Als Aussteller und Sponsor unterstützte VTplus die Fachtagung der Gesellschaft für Angstforschung (GAF) und präsentierte aktuelle VR-Therapiesysteme zur Behandlung von Angststörungen und phobischen Reaktionen.
Wir freuen uns über das rege Interesse an Virtual Reality als Methode zur Erforschung und Therapie von Angststörungen.
VTplus auf dem eHealth-Kongress 2018 in FFGesundheitsminister Stefan Grüttner am Stand von VTplus auf dem eHealth-Kongress-2018 FF (C) gwrm Felix HollandGesundheitsminister Stefan Grüttner beim Ausprobieren einer Angst-Konfrontationsübung in VR (C) gwrm Felix Holland
Am 13. Juni 2018 unterstützte VTplus das International Symposium „Virtual Reality in Psychotherapy Research“ an der Universität Regensburg als Sponsor.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden aktuelle Entwicklungen der VR-gestützten Psychotherapieforschung vorgestellt – von Expositionstherapie über neuropsychologische Anwendungen bis hin zu innovativen Interaktions- und Messverfahren.
Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die anregenden Gespräche und das große Interesse an VR als Forschungs- und Therapiemethode.
Die Inbetriebnahme der CAVE (5 seitige stereoskopische Mehrkanalprojektion) am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Regensburg wurde erfolgreich abgeschlossen.
Das CAVE VR-Labor verwendet die Experimentkontroll- und VR-Simulationssoftware CyberSession (CS-Research 5.6) zusammen mit dem VrSessionMod (Source Engine SDK Modifikation) Rendering.
Im Videobeitrag zu sehen ist der Test der VT+Expo2 Szenarien VR-Vortrag und VR-Höhenangst.
Virtueller Vortrag und virtuelle Höhenangst mit VT+Expo2 Szenarien in der CAVE der Uni-Regensburg
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Mit dem Verbundforschungsprojekt „OPTAPEB“ arbeitet VTplus an der „Optimierung der Psychotherapie durch Agentengeleitete Patientenzentrierte Emotionsbewältigung“ in Kooperation mit namhaften Projektpartnern der universitären Forschung und Industrie.
MOTIVATION In Deutschland leiden rund 6,9 Mio. Menschen unter einer klinisch relevanten Angststörung. Die gesellschaftlichen Kosten sind enorm. Darüber hinaus sind Ängste bei fast allen anderen psychischen Störungen eine Begleitkomponente. Es ist daher wichtig, dass die Therapieansätze akzeptiert werden, effektiv und prozessoptimiert sind.
ZIELE UND VORGEHEN Ein zentrales Element bei der Psychotherapie von Angststörungen ist es, die Betroffenen den Angst auslösenden Situationen auszusetzen. Im Projekt wird ein System entwickelt, das die emotionalen Reaktionen der Klienten während solcher Expositionen multimodal erfasst und daraus durch Datenfusion Parameter extrahiert, die für den weiteren Verlauf relevant sind. Aus diesen Parametern werden Mikrointerventionen abgeleitet, die dem Klienten durch einen virtuellen Agenten in einer intuitiven Interaktion zur Verfügung gestellt werden. Durch die maschinelle Verarbeitung der in zahlreichen Expositionen gewonnenen Datensätze werden Prognosen für erfolgreiche Mikrointerventionen abgeleitet.
INNOVATIONEN UND PERSPEKTIVEN Die technologische Innovation für den Bereich der Psychotherapie ist durch einen nutzerzentrierten Ansatz in der Entwicklung und durch eine intuitive Interaktion mit einem virtuellen Agenten gekennzeichnet. Dadurch werden die Effektivität und Praxistauglichkeit der psychotherapeutischen Interventionen bei Angststörungen und deren langfristige Wirksamkeit verbessert. Rechtliche und ethische Belange werden dabei ebenso berücksichtigt, wie die Autonomie und informationelle Selbstbestimmung der Klienten.
Projektlaufzeit: 01.08.2018 bis 31.07.2020
Kontakt Geschäftsführer VTplus GmbH: Mathias Müller Wissenschaftlicher Projektleiter: Prof. Dr. Jürgen Müller (optapeb@vtplus.eu) Verbundkoordinator Universität Regensburg: Prof. Dr. Andres Mühlberger
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An der Klinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums Münster wurde eine Studie zu den möglichen angstreduzierenden Wirkungen des Psychopharmakons Quetiapin mit Hilfe von virtueller Realität durchgeführt. Die Ergebnisse wurden Ende 2013 in der Fachzeitschrift European Neuropsychopharmacology veröffentlicht. Im Rahmen der Studie wurde ein VR-Szenario eingesetzt, um Angstreaktionen im Labor zu beobachten und zu analysieren.
Spinnen-VR mit HMD (2011)
Parameter des eingesetzten Virtual Reality Simulationssystems:
Visuelle Informationen mit Head-Mounted Display eMagin Z800
Bewegungs- Orientierungsinformationen des Kopfes (6-DOF Tracking) Polhemus Patriot
Visuelle Darstellung der 3D Umgebung mit einer Source-Engine-Modifikation (VrSessionMod 0.3)
VTplus hat Einsatzmöglichkeiten von virtuellen Welten in Forschung und Therapie als Aussteller auf dem 8. Workshopkongress der DGPs Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie präsentiert.
VT+ auf dem DGPs Kongress 2013
VT+ auf dem DGPs Kongress 2013
Wir bedanken uns für das große Interesse, die anregenden Gespräche und freuen uns auf den weiteren wissenschaftlichen Austausch zu Virtual Reality in Forschung und Therapie.